WIESELBURG, ÖSTERREICH / RankWire.AI / – Österreich verzeichnete am 31. Juli einen neuen Temperaturrekord: In Wieselburg wurden 40,3 Grad Celsius gemessen. Der Wert in Niederösterreich übertraf den bisherigen Monatsrekord von 39,7 Grad aus dem Jahr 1983. GeoSphere Austria bestätigte den Rekord während einer Hitzewelle in Ostösterreich. Die höchste jemals in Österreich gemessene Monatstemperatur liegt weiterhin bei 40,5 Grad und wurde im August 2013 in Bad Deutsch-Altenburg registriert.

Der Juli-Höchstwert folgte auf einen ungewöhnlich heißen Juni mit zahlreichen Temperaturrekorden. GeoSphere Austria meldete, dass 157 der 277 Messstationen neue Juni-Höchstwerte verzeichneten. Weitere 66 Stationen meldeten ihre höchste jemals in einem Monat gemessene Temperatur. Wien erreichte am 28. Juni 40,0 Grad, Bad Deutsch-Altenburg am 29. Juni 40,1 Grad. In mehreren tiefer gelegenen Gebieten wurden 10 bis 14 Tage in Folge Temperaturen über 30 Grad gemessen.
Forscher des Wegener-Zentrums der Universität Graz schätzten die sozioökonomischen Schäden durch die Hitzewellen im Juni und Ende Juli auf rund 1,4 Milliarden Euro. Die erste Berechnung berücksichtigt gesundheitliche Folgen, Arbeitsausfälle, Schäden in der Landwirtschaft und die Belastung der Infrastruktur. Sie umfasst außerdem den höheren Kühlbedarf, Schäden an Ökosystemen und die zusätzliche Belastung öffentlicher Dienste. Die Zahl stellt weder die endgültige Schadenssumme der Regierung noch die Höhe der Versicherungsansprüche dar.
Hitzewellenmessung übertrifft bisherigen Richtwert
Das Wegener-Zentrum bewertete die Ereignisse anhand von Flächengradtagen, einem Maß für Hitzeintensität, Dauer und geografische Ausdehnung. Die Forscher berechneten für die Hitzewelle im Juni etwa 16.700 Flächengradtage. Ihre Bewertung ergab für die Hitzewelle Ende Juli einen Wert zwischen 22.700 und 25.000 Flächengradtagen. Der bisherige Referenzwert für Österreich stammte von einer 24-tägigen Hitzewelle im Juli und August 2013. Damals wurden in Gebieten unterhalb von 1.500 Metern Höhe etwa 22.100 Flächengradtage erreicht.
Die extremen Temperaturen gingen mit einem starken Anstieg der hitzebedingten Todesfälle einher. Das österreichische Bundesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit schätzte die Zahl der hitzebedingten Todesfälle im Juni 2026 auf 395. Dies war der höchste Wert für einen Juni seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Berechnung vergleicht die registrierten Todesfälle mit den erwarteten Werten während Hitzeperioden. Hitze muss dabei nicht als alleinige Todesursache auf der jeweiligen Sterbeurkunde angegeben sein.
Die Dürre verschärft die Auswirkungen der Rekordhitze.
Nach monatelanger Trockenheit erlebte Österreich die jüngste Hitzewelle. Vom 1. Januar bis zum 27. Juli fielen im Land lediglich 426 Millimeter Niederschlag. Der Durchschnitt für diesen Zeitraum liegt bei 609 Millimetern, was einem Defizit von rund 30 Prozent entspricht. Die Behörden bezeichneten die ersten sieben Monate des Jahres 2026 als die trockenste vergleichbare Periode seit mindestens Beginn des 20. Jahrhunderts. Besonders betroffen waren Niederösterreich, Wien und das nördliche Burgenland.
Anhaltender Hochdruck, starke Sonneneinstrahlung und geringe Niederschläge erhöhten die Verdunstung im späten Frühjahr und Sommer. Diese Bedingungen reduzierten die Bodenfeuchtigkeit und beeinträchtigten Nutzpflanzen, Flüsse, Wälder und die regionale Wasserversorgung. Österreichische Klimadaten zeigen, dass Hitzewellen heute häufiger auftreten, länger andauern und höhere Temperaturen erreichen als in früheren Jahrzehnten. Die durchschnittlichen Höchsttemperaturen während Hitzewellen stiegen zwischen den 1980er und den 2020er Jahren um etwa drei Grad. Der Messwert von 40,3 Grad stellt einen neuen Juli-Rekord in der dokumentierten Temperaturgeschichte Österreichs dar.
Der Beitrag „Österreichs Hitzerekord im Juli verursacht Schäden in Höhe von 1,4 Milliarden Euro“ erschien zuerst auf London Dawn .
